Das Giornale von anno 2001

Beziehungsweise ein Auszug davon.



Eine Winterfahrt geht Schlitteln


Herrenfahrt
 

 

Winterfahrt im März

Eine Winterfahrt geht schlitteln

Datum 10.März 2001
Anzahl Teilnehmer 1
Anzahl Motorräder 1
Gebiet Aegerisee
Tourenleitung Urs Herzog
Bericht Urs Herzog

 


Freitag 2. März 2001:

Die Vorbereitungen für die Erkundungsfahrt laufen auf Hochtouren. Vielleicht sollte ich doch noch ein zusätzliches Hosenpaar und zusätzliche Handschuhe im Topase verpacken, immerhin ist das Quecksilber noch nicht weit über der Nullgradgrenze. Aber die Sonne drückt schon ganz tüchtig durch die nasskalten Wolken und ich bin optimistisch, dass sich die Fahrt einigermassen trocken über die Runden bringen lässt.

Wohin soll es nun überhaupt gehen?? Die Mehrzahl der bekannteren Passtrassen sind noch mit der Wintersperre belegt und viele "Hügelstrassen" sind noch teilweise schneebedeckt.

Also werde ich einfach mal drauf losfahren. Es wird sich sicherlich etwas ergeben. Nach einigen Kilometern, das Wetter entwickelt sich in meinem Sinne, nähere ich mich dem Grossraum Aegerisee. In Aegeri stellt sich mir die Frage, wohin ich wohl komme, wenn ich dieser kleinen Seitenstrasse ohne konkreten Ortshinweis folge?

Unter dem Motto "Probieren geht über Karten lesen!!!" fahre ich in diesen Seitenweg.Das Strässchen windet sich in engen Kurven einem Bach entlang. Dieser ist teilweise noch mit Eis und Schnee bedeckt. Die Strasse ist nass und mit Kieselsteinen von der abklingenden Winterzeit übersät. Die ohnehin frische Luft wird noch etwas kühler, und je höher ich klettere, desto mehr drückt die Sonne durch die Nebeldecke.

Die nur noch zum Teil geteerte Strasse wechselt jetzt in eine "ausgebaute Waldstrasse". Hoffentlich trocknet diese bis zur offiziellen Winterfahrt noch etwas ab, weil der graubraune Belag ziemlich dick an Rad, Fahrgestell und Schutzblech hängen bleibt.

Einem Wegweiser bei einer Weggabelung mit dem Hinweis auf eine SAC Hütte schenke ich im Moment keine weitere Beachtung. Etwa 15 Minuten später geht es nicht mehr weiter. Eine ca. 1m hohe Schneemauer auf der weitergehenden, ungepfadeten Waldstrasse zwingen mich zur Umkehr. Wieder bei der vorgenannten Weggabelung angelangt wähle ich nun den Weg zum Bergrestaurant.

Etwas überrascht aber freudig werde ich bewirtet. Ich verabschiede mich mit dem Wissen, eine sensationelle Aussicht genossen zu haben und mit der Abmachung, je nach Wetterentwicklung am kommenden Samstag nochmals vorbeizukommen.

Freitagabend 9. März:

Gemäss Einladung hängt die Durchführung der Winterfahrt im wesentlichen vom Wetter ab. Die Prognosen sind miserabel. Regen und Schnee bis in die Niederungen.

Die Winterfahrt 2001 geht "schlitteln".

Ungläubig nehme ich den Telefonhörer ab und lausche den Worten von Andreas Mächler. So schlimm wird es schon nicht sein ..... und ...... wir treffen den Entscheid erst morgen früh um 07.00 Uhr.

Samstagmorgen 07.00 Uhr:

Wetterkarten im TV, Internet, Radio und Zeitung: alles hilft nichts. Andreas versucht doch noch aufzuzeigen, dass die Wolken über Winterthur gar nicht so Arges voraussagen. Trotz allem, die Fahrt muss aus nachvollziehbaren Gründen abgesagt werden.

Im späteren Samstagnachmittag verspürte ich dann doch noch Lust auf etwas Bewegung und gehe die knapp 20cm hohen frisch gefallenen Schneemassen von der Garageneinfahrt wegräumen.

Ich freue mich auf die kommende Winterfahrt.

Urs Herzog

 


 

Herrenfahrt

Datum 16.-19.August 2001
Anzahl Teilnehmer 6
Anzahl Motorräder 6
Gebiet Fränkische Schweiz
Distanz knapp 2000 km
Organisator Franz Ingold
Bericht Andreas Knutti, Beat Rieder, Guido Brun, Roland Pulfer
Fotos Beat Rieder

 


 

Herrenfahrt 1. Tag

Beginn und Treffpunkt der diesjährigen viertägigen Herrenfahrt war das Restaurant Mövenpick in Kemptthal. Die von weit her angereisten Teilnehmer, oder besser gesagt der von weit her angereiste Teilnehmer, denn es war ja nur ein Einziger, sass schon wartend an einem Tisch. Es war Roland Pulfer, der von Thun herkommend schon einige Kilometer auf der Autobahn "abgeglüht" hatte. Beim ersten gemeinsamen Kaffee erklärte Franz Ingold uns Teilnehmern Urs Maier, Beat Rieder, Guido Brun, Roland Pulfer und dem Berichtschreiber die Strecke. Ziel und auch Wendepunkt des diesjährigen MGCC "Schmankerl" war die Fränkische Schweiz und das Fichtelgebirge in Deutschland.

Da wir nicht mehr auf den siebten Teilnehmer warten mussten (U.H. hat sich ordnungsgemäss abgemeldet, da sein fahrbarer Untersatz kurz vor der Fahrt an einer "Kupplitis und Elektrolitis" schwer erkrankte und der Onkel Doktor scheinbar keine Ersatzmaschine zur Verfügung gestellt hatte oder wollte, oder wie auch immer), fiel dann schon mal der Startschuss zur Abfahrt.

Wir fuhren von Kemptthal in Richtung Schaffhausen. Das sich aufbauende morgendliche Gewitter im Westen kam drohend näher. Im Geheimen hoffte ich natürlich, dass unser Tross nichts davon abbekommen würde. Das Wetterglück war auf unserer Seite. Bis zum Zoll in Bargen benetzten nur wenige Regentropfen die Windschutzscheiben. Nach Blumberg, übrigens der Standort der "Sauschwänzle Museumsdampfbahn", für Eisenbahnfreunde ein absolutes Muss, setzte Franz Kurs in Richtung oberes Donaugebiet. Nach Tuttlingen war es nun Zeit für den ersten Halt. Wir genossen vor der "Linde" einen aromatischen Kaffee und die schon Hungrigen ein Wurstsandwich. Während unserer Unterhaltung fiel der Name Gomadingen. Dort sollte auch der nächste Halt stattfinden.

Bei noch angenehmen Temperaturen verlief die Fahrt auf gut ausgebauten Strassen weiter durchs obere Donautal. Dort ist der Fluss noch ein langsam fliessendes Gewässer, der etliche Wassersportler zum Verweilen anlockt. Ganze Schulklassen tummelten sich mit ihren Kanus auf dem Wasser.

Ein Bahntrassee zog parallel zum Fluss seine Linienführung. Auf der nicht elektrifizierten Strecke verkehrt ein roter Schienenbus, der die zum Teil historischen, kleinen Bahnhöfe bedient. Schön im Tal gelegen ist das Kloster Beuron, das sicherlich einmal eine Reise für eine Besichtigung wert ist.

Von weitem ist nun das imposante Schloss Sigmaringen sichtbar. Es steht inmitten der Stadt auf einem Hügel. Da Franz kurz vor der Stadt auf die Hohenzollerstrasse abbog, verblieb uns die Ansicht des Schlosses von der Nähe vergönnt. Na ja, vielleicht ein anderes Mal.

Nur noch einige Kilometer bis Gomadingen. Was wollten die sechs "Guzzisti" in diesem süddeutschem Dorf? Sicherlich nicht das nahgelegene Landesgestüt besichtigen, nein, sie wollten einem "Concessionario Moto Guzzi" einen Besuch abstatten. Leider möchten auch diese Menschen im Sommer ein paar Ferientage geniessen, und so standen wir halt vor geschlossenen Türen. Der Halt war ja auch nicht umsonst, ....(Sorry Zensur im Internet)

Der Mittag war schon vorbei und unser Leader schaute sich für eine entsprechende Möglichkeit um, um unseren Hunger zu stillen. Nach einer kurzen Strecke über die "Alb" wurde er in Merklingen fündig.

Den Wildschweinbraten hatte der Koch leider schon vor einigen Stunden aufgeschnitten, doch ein wenig in der Sauce eingeweicht, war er durchaus geniessbar.

Ueber die "Schwäbische Alb" ging es nach dem Essen weiter in Richtung Schwäbisch Gmünd. Wie auch hierzulande benutzen die Strassenbauer die verkehrsärmere Ferienzeit, um die nötigen Unterhaltsarbeiten durchzuführen. Dies bekamen wir in Form von Staus am eigenen Leib zu spüren. Der Energiespender brannte erbarmungslos auf die Leder und Gore-Tex Schutzanzüge. Ein schattenspendender Baum oder sonst eine Möglichkeit, der direkten Sonneneinstrahlung auszuweichen, war nicht auszumachen. Mir kam es wie eine Ewigkeit vor, als wir endlich den Engpass mit der Lichtsignalanlage passieren konnten.

Nach z¸giger, etwas abkühlend wirkender Fahrt über glatten Asphalt und nach einigen anspruchsvollen Kurven passierte die Sechserkolonne die Stadteinfahrtstafel von Schwäbisch Hall. Auch die Haller hatten es in Sachen Strassenunterhalt den Gmündern nachgemacht. Nur mit einem kleinen Unterschied, sie sperrten die Strasse ganz. Nun gönnten wir uns eine Verdampfpause, um uns über das beste Routing zu unserem nächsten und letzten Etappenziel des heutigen Tages zu beraten.

Nach einem kühlenden Spezi auf der Strecke stand sie plötzlich vor uns, die Götzenburg in Jagsthausen. Einstmals beherbergte sie Götz von Berlichingen. Und heute, unter vielen anderen, sechs Herrenfahrer aus der Schweiz.

Alle freuten sich nach dem anstrengenden Tag auf die abendliche Toilette. Wie neu geboren, und mit frischen Kleidern auf der Haut, trafen wir uns zum Abendessen und zum lang ersehnten, kühlen Bier. Das Angebot der Speisekarte war vielversprechend. Stilgerecht bestellten die meisten ein "Burgpfännle."

Fanfarenklänge ertönten aus dem Burghof. Sie signalisierten den Beginn des Musicals "Evita", das im Rahmen der Sommerfestspiele auf der Götzenburg gespielt wurde. Leider waren alle Karten schon ausverkauft, und wir beendeten somit unseren ersten Herrenfahrtstag mit einem Schlummertrunk im kleinen Städtchen Jagsthausen. Die vorgerückte Stunde ermahnte uns, uns ins Schlafgemach zurück zu ziehen. Nun war ich ja gespannt auf meine erste Uebernachtung auf einer Burg. Wird der weinerliche Hilferuf der im Verlies eingesperrten Kunigunde zu hören sein? Oder wird mir es kalt den Rücken hinunterlaufen, wenn sich eine nicht zur Ruhe gekommene Seele in einer Ritterrüstung quietschend durch die Burggänge schleicht? Da ich nicht schlafen konnte, weil mein Zimmergenosse seine Nasenmembranen vibrieren liess, hatte ich genügend Zeit den eventuellen Vorkommnissen nachzugehen.

Während meinen unzähligen nächtlichen Aufenthalte in den Burggängen und auf der grossen Terrasse habe ich weder Kunigunde gehört noch eine Ritterrüstung gesehen. Erschrocken bin ich aber trotzdem ein wenig. Zuerst dachte ich an ein Augenflimmern. Aber das Augenflimmern flog im beleuchteten Gang hin und her. Ich erinnerte mich an Roman Polanskis Film "Tanz der Vampire". Gab es sie doch? Diese blutsaugenden Bestien. Nicht nur in Transsilvanien, sondern auch in Deutschland? Instinktiv fuhr meine Hand über meinen Hals. Nein, diese kleinen, flinken Flieger haben es nicht auf meinen Lebenssaft abgesehen, sondern auf Insekten, die angelockt durch das Licht der brennenden Glühlampen sich ins Burginnere verirrt haben.

Nicht unterlassen möchte ich es, Franz Ingold zu danken für die Organisation und die bravouröse Navigation. Es bedarf schon einer gewissen Erfahrung mit einem Motorrad, auf unbekannten Nebenstrecken zu fahren, die nächste auf der kleinen Karten eingezeichnete Abzweigung zu finden, und ohne grosse Umwege den Bestimmungsort zu erreichen.

Diese Reise hat mir gezeigt, dass es nicht immer Italien oder Frankreich sein muss. Auch unser nördliches Nachbarland bietet schöne Landschaften und Fahrspass pur. Persönlich hoffe ich, dass es nicht das letzte Mal war, dass sich "Guzzisti " des MGCC Schweiz in nördlicher Richtung verirrt haben.

Andreas Knutti

 

Herrenfahrt 2. Tag

Der Tag erwacht mit leichter Cirrusbewölkung. Die Götzenburg strahlt frisch gewaschen in der Morgensonne und kümmert sich nicht um die Nachwehen der teilweise durchwachten Nacht. Nachdem wir uns von den verschiedenen Burgfräuleins (Kunigunde Fledermaus, Siegelinde Mückenstich) verabschiedet haben, machen wir 6 uns wieder auf den Weg. Ein letzter Gruss an den Götz bei der Durchfahrt von Berlichingen. Weiter geht's der Jagst entlang aufwärts Richtung Dörzbach, durch die Hohenloher Ebene nach Schrozberg und Rothenburg ob der Tauber.

Ein Regenschauer, der langsam vor uns herzieht, und den wir natürlich nicht einholen wollen, veranlasst uns, diese wunderschöne alte Stadt etwas anzuschauen und einen Kaffee zu trinken. Zwei Enthusiasten gehen mit dem guten Beispiel voran und zwingen damit die Anderen, den Marktplatz und einen Teil der Stadtmauer zu besichtigen. Nachher wieder leichte Fahrt Richtung Steigerwald - Bamberg, durch die eher flache Landschaft, bis wir bei Marktbreit an den Main stossen. Michelfeld, Rödelsee, Rüdenhausen, Scheinfeld.

Plötzlich baumelt Urs' Sacoche nur noch an einer Schraube. 

Franz steuert nur 1km weiter, ohne dass er Urs' Problem kennt, intuitiv eine Tankstelle mit Garage und hilfsbereiten Mechanikern an. In Prühl im Steigerwald finden wir das berühmte Fischrestaurant zur Rose, die meisten bestellen jedoch Schnitzel. Franz und ich genehmigen uns einen Wels, er ist wirklich hervorragend.

Nachdem wir Mittelfranken genossen haben, machen wir uns auf den Weg nach der fränkischen Schweiz. Der Weg führt uns über Höchstadt nach Weisendorf, dann an Erlangen vorbei zum Mineralwasserhalt in Frankendorf. Flachhügeliges Land mit vielen Fischteichen, deren Population nur sehr selten von einem einsamen Graureiher kontrolliert wird. Wir durchfahren schmucke Dörfer mit Geranien vor den Fenstern und an der Einzäunung des Dorfbachs. Es herrscht rege Bautätigkeit in dieser Gegend, erstaunlich viele neue Einfamilienhäuser.

Nach ca. 300km gemüchlicher Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft, traumwandlerisch navigationssicher angeführt von Franz, erreichen wir die drei Kronen in Memmelsdorf bei Bamberg. Und zwar schon um 1830 Uhr, was uns Zeit lässt, zu warten, bis die Zufahrt zum Hotel wieder offen ist. Der Maibaum zur Kirchweih muss nämlich aufgestellt werden und dies soll eine Gaudi sein, dauert deshalb ziemlich lange. Währenddessen können wir unsere schönen grossen Zimmer beziehen und die Dusche geniessen. Im Brauerei-Gasthof versuchen wir das hauseigene Bier, wechseln später aber zum einheimischen Wein. Mit 6 verschiedenen Menuwünschen wird der Koch getestet und die Bedienung bittet uns, ihre Fragen jeweils nicht mit Redewendung "ja,ja" zu beantworten??? Die Aufklärung folgt erst beim Bezahlen. Bedeutet l.m.a.A.

Guido Brun

 

Herrenfahrt 3. Tag

Wegbeschreibung:

Fränkische Schweiz: Memmelsdorf - Plankenfels - Waischenfeld - Bayreuth.

Fichtelgebirge: Bayreuth-Panoramastrasse um den Ochsenkopf - Brand - Naturpark Steinwald - Poppenreuth - Kemnath - Speichersdorf - Creussen - Pottenstein - Gössweinstein - Veldensteiner Forst - Velden - HersbruckAlfeld - Kastl - Lengenfeld/Velburg.

Nach einer angenehmen Nacht und einem reichlichen Frähstück geht's wieder los, obwohl das Wetter noch nicht weiss was angesagt ist, Regen oder Sonne, aber das wird sich ja sicher klären.

Der Maibaum (oder so ähnlich) vom Vorabend steht auch immer noch, da waren keine Nachtbuben am Werk gewesen. Er wird ja auch bewacht.

Weiter geht's, mal links, mal rechts in allgemeiner Richtung Bayreuth durch die schöne Fränkische Schweiz. Kurz vor Bayreuth, nach kaum 70 km schon der erste Kaffeehalt, den wir ganz sicher nötig haben.

Bayreuth wird knapp umfahren Richtung Warmensteinach, da weiss ja jeder, wo das liegt! Das Mittagessen wird in Friedenfels eingenommen, immer noch im Fichtelgebirge. Habe ich übrigens geschrieben, dass die Sonne scheint, das Wetter hat sich entschieden.

Nach der Mittagspause wieder links, mal rechts und so fort, allgemeine Richtung Süden. Irgendwo im Oberpfälzerwald landen wir dann in einer Sackgasse im Nirgendwo, aber dieses Problem konnte durch eine angeordnete Rauchpause gemeinsam gelöst werden.

Ueber unzählige Brücken, durch einige Ortschaften, durch Wälder und über Höhenzüge landeten wir am Abend dann in Lengenfeld/Velburg, im Landgasthof Winkler Bräutstüberl!? Obwohl wir keine Bräute fanden, wir haben aber auch nicht sehr intensiv gesucht, wurde es ein ganz angenehmer Abend zum Erholen fü¸r den letzten Tag. (Anmerkung der Giornale-Redaktion: Die Herrenfahrer haben keine Bräute finden können, dafür eine grosse Auswahl an frisch gebrautem Bier. Der Gasthof heisst nämlich Bräustüberl!).

Beat Rieder

 

Herrenfahrt 4. Tag

Tatsächlich steigt mein Zimmerkollege Urs Maier um 0630 Uhr ohne Wecker aus dem Bett. Es ist schon wieder Zeit zum Aufstehen, obwohl ich es noch etwas länger dort ausgehalten hätte. Wegen der langen Heimfahrt haben wir uns am Vorabend entschieden, am Sonntagmorgen recht früh loszufahren.

Um 0700 Uhr konnte das reichhaltige Frühstücksbuffet eröffnet werden. Punkt 0800 Uhr verliessen wir das gute Hotel in Lengendorf, nachdem Urs seine Tabakpfeife am Garagentor ausgeklopft hat. Um diese Zeit herrschte noch kein Verkehr, und so kommen wir zügig voran. Viel mehr als 3 Regentropfen erwischten wir nicht, denn unser Tourenleiter verstand es, das nahende Gewitter zu umkurven. Bei der Universitätsstadt Eichstätt (hat übrigens eine barocke Altstadt) tankten wir unsere Motorräder auf. Weiter gings durch das schöne Altmühltal, ab Peppenheim dann auf der Schnellstrasse Richtung Ulm. In einem Restaurant in Donauwörth, gleich gegenüber dem Kirchtum mit der grössten Glocke im ganzen Schwabenland, legten wir einen Kaffeehalt ein.

Franz fuhr mit uns anschliessend über Nebenstrassen um Ulm herum. Man hätte fast den Eindruck gewinnen können, dass unser Tourenleiter aus dieser Gebiet stammt, so zielsicher und souverän wie er uns dort durchzuführen vermochte.

Unser Mittagsziel rückte näher. Wir kamen in Blaubeuren, einer alten idyllischen Stadt mit vielen schiefen Fachwerkhäusern, an. Auf dem Rathausplatz setzten wir uns unter einem grossen Sonnenschirm an den Mittagstisch. Der Schatten reichte nicht für jeden Herrenfahrer. Einige sagten, es spiele ihnen keine Rolle, sich an die Sonne zu setzen. Nach wenigen Minuten jedoch wurde es ihnen auch zu heiss, und nach einigen untauglichen Versuchen, den Riesenschirm in die richtige Position zu rücken, nahm Guido nach eingehendem Studium der Sonnenschirmkonstruktion die Sache an die Hand. Und siehe da, Guido kann nicht nur fliegen - wenig später sassen alle im Schatten.

Nach dem Mittagessen unternahmen wir noch eine "ausgedehnte" Wanderung in Blaubeuren. Einhellig war die Meinung, dass sich die Motorradbekleidung nicht für solche Eskapaden eignet. Schweissgebadet fuhren wir weiter Richtung Schweiz. In einer Gartenwirtschaft in Stockach bekam ich noch die Gelegenheit, meine traurigen Ueberreste der nicht mehr lange gültigen deutschen Währung loszuwerden.

Franz hat beschlossen, von da aus auf der Autobahn Richtung Schaffhausen zu fahren, wo die Herrenfahrt 2001 ihr offizielles Ende hätte nehmen sollen. Vier Tage waren wir unterwegs. Nichts ist passiert, niemand wurde 'verloren'. Aber ausgerechnet bei der Einfahrt zur Autobahn ist der Töff von Andreas stehengeblieben. Wir konnten auf der Autobahn nicht mehr wenden und so fuhren Franz und ich über den Zoll im Schaffhausischen, wo dann noch Urs der 'Pfeifer' und Beat zu uns stiessen.

Von da aus löste sich die Gruppe immer mehr auf und ich durfte noch das Dessert bis nach Thun geniessen (für diejenigen, die es interessiert: ich hatte 4 Autobahnraststätten bzw. -parkplätze nötig...). Um genau 2000 Uhr traf auch ich zu Hause ein.

Franz, ein grosses Dankeschön für die Organisation und die vorbildliche Tourenführung, es war einmal mehr eine tolle Herrenfahrt.

Roland Pulfer


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Dieses Dokument wurde aktualisert am16 Jan. 2016 .

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